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Atomforum steht mit dem Rücken zur Wand

Zur Zeit kocht die Debatte um das geplante Atomendlager in Gorleben wieder hoch. Auch das deutsche Atomforum, die Lobbyorganisation der Atomindustrie äußert sich nun dazu in einer Pressemitteilung. Und die lässt tief blicken:

Das Deutsche Atomforum steht offenbar mit dem Rücken zur Wand. Mit dreisten Lügen versucht dessen Chef Walter Hohlefelder etwas zu retten, was nicht mehr zu retten ist: das geplante Endlager im Salzstock Gorleben. Dass seine „Experten“ nicht einmal die Sicherheit für die Einlagerung von schwachradioaktiven Abfällen im Salzstock Asse für wenige Jahre garantieren konnten, hat auch dem letzten denkenden Menschen gezeigt, wie hanebüchen verantwortungslos es wäre, im Gorlebener Salz jetzt auch noch hochradioaktive Abfälle einlagern zu wollen – angeblich für eine Million Jahre sicher. Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte man sich vor Lachen ausschütten ob solcher Aussagen.

Wir wissen jetzt: Die so genannte Eignungshöffigkeit von Gorleben wurde auf politischen Druck der Kohl-Regierung schon Anfang der achtziger Jahre entgegen anderslautender Erkundungsergebnisse herbeigeschrieben. Danach hat es nie Untersuchungen mit Tiefbohrungen an anderen deutschen Standorten gegeben – keine einzige! Alles andere ist eine glatte Lüge. Danach war Gorleben gesetzt und wurde unter dem Deckmantel der weiteren Erkundung in wirtschaftlichem Maßstab ausgebaut – mit einem Schachtdurchmesser von 2,70 m. Damit das Endlager nach der „Erkundung“ gleich betriebsbereit ist, denn das gewünschte Erkundungsergebnis stand von vornherein fest.

Wir wissen auch: Die damalige Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) wurde schon 1996 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) darüber unterrichtet, dass die Havarie der Atommülldeponie Asse bevorsteht und dass Salz als Endlagergestein wegen der Gefahr von Wassereinbrüchen nicht mehr in Frage kommen könne – auch nicht in Gorleben. Wenn Hohlefelder heute das Gegenteil behauptet, zeigt das nur die Hilflosigkeit der Atomindustrie: Die absaufende Asse und die Krümmel-Pannen drohen die Pläne der Energieversorger, Laufzeitenverlängerungen für alte AKW und ein möglichst billiges Endlager im unsicheren Salzstock Gorleben nach der Bundestagswahl am 27. September zu erhalten,  endgültig zu durchkreuzen. Wenn die Stromkonzerne jetzt verlieren, dann ist das das Ende der Atomenergie in Deutschland. Das weiß auch der ehemalige Ministerialdirektor im BMU für Reaktorsicherheit und E.ON-Manager Walter Hohlefelder. Das Atomforum kämpft seinen letzten Kampf: mit verdrehten Argumenten und unverhohlenen Lügen. Damit seine Stromkonzerne auf dem Rücken der Stromkunden und Steuerzahler weiterhin ihre Kassen füllen können. Hohlefelder´s Lobbyorganisation wird aber dort landen, wo sie hingehört: Auf dem Misthaufen der Geschichte! Dann können seine Lügen dort zum Himmel stinken.

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