Leichen im Keller

Wenn vermutet wird, dass ein Mensch irgendein dunkles Geheimnis hat und er gerne hätte, dass dies nicht an´s Tageslicht gerät, dann wird oft gesagt: „Der hat bestimmt auch noch ein, zwei Leichen im Keller“. Keine schöne Sache sowas. Stinkt ja wahrscheinlich auch ziemlich…

Auch im Zusammenhang mit Politikern wird das Sprichwort gerne bemüht. Da werden dann gerne mal eidesstaatliche Erklärungen abgegeben, um zu belegen, dass dem nicht so sei. Der Fall Koch-Mehrin, der ja in letzter Zeit in der Blogosphäre eifrig disktuiert wurde, ist ein schönes Beispiel. Die Eidesstaatliche Erklärung ist dabei im Grunde genommen nichts anderes, als das berühmte Ehrenwort, über das ja schon die Herren Kohl und Barschels gestolpert sind. Letzterer direkt in eine Genfer Badewanne, aber lassen wir das…

Es soll hier nämlich nicht um Leichen in Form von Spenden oder Schmutzkampagnen gehen, sondern um etwas viel gravierenderes: die nuklearen Leichen, die – wie jetzt herauskam – schon seit 1967 den Untergrund im niedersächsischen Wolfenbüttel kontaminieren. Von 1967 bis 1978 wurden im Atommüllager Asse offiziell schwach- bis mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Rein quantitativ gesehen stammt zwar der Großteil der radioaktiven Substanzen aus der Forschung, der Löwenanteil der Strahlung stammt jedoch von den AKW-Betreibern. Zumal der radioaktive Müll, der bei der Wiederaufbereitung in der Wiederausbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) entstand, ebenfalls als Forschungsmüll deklariert, in der Asse landete. Auch Atommüll lässt sich also „waschen“.

Das brisante an der Story ist, dass schon seit 1967 kontaminierte Lauge in dem Salzschacht auftrat – und dies den Verantwortlichen (u.a. auch einer gewissen A.Merkel)  sogar bekannt war! Nichts desto trotz wurde fleissig weiter eingelagert, als ob nichts geschehen wäre.

Am Mittwoch trifft sich der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags und entscheidet über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses, der die Vorgänge in und um die Asse aufklären soll.

Eines scheint mir bereits jetzt klar: In der Asse ist eine ganze Menge Scheisse passiert und es zeigt sich mal wieder, wie dreckig im Atombusiness gearbeitet wird. Wo sich Geld verdienen lässt geht die Moral meist schnell über Bord.

Wird Zeit, dass wir der Atomlobby im September indirekt per Wahlzettel eine Abfuhr erteilen!

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1 Kommentar »

  1. […] am Suppen 08/06/2009, 15:49 Gespeichert unter: Politik Greenpeace hat festgestellt, dass die Asse schon seit 1967 zusuppt.  (Danke, ElTobi.) Auf der Greenpeace-Seite wird Experte Tobias Münchmeyer dementsprechend […]

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