Von Müllbeuteln und Behörden…

Ich wohne zur Zeit in der Nähe der Reeperbahn und das hat einen netten Nebeneffekt: Für die Anwohner gibt es eigene Müllbeutel, die man jederzeit auf den Bürgersteig stellen kann und die dann mehrmals am Tag abgeholt werden. Kein Rausstellen von Mülltonnen zu fixen Terminen mehr. Sehr angenehm! Doof nur, dass die Müllbeutel so ein geringes Fassungsvermögen haben, d.h. ziemlich oft runtergebracht werden müssen…

Ganz ähnliches haben sich in den 70er Jahren wohl auch die Betreiber der Atomkraftwerke gedacht, als sie mit den zuständigen Behörden die Sicherheitsbedingungen für die Einlagerung im Atommüllager Asse II aushandelten. Einer Presseerklärung von Greenpeace zufolge haben die AKW-Betreiber – getrieben von Profitgier – die Entscheidungen der Gesellschaft für Strahlenforschung (für die Asse zuständige Behörde) so beeinflusst, dass ab Dezember 1975 eine fünfmal so hohe Radioaktivität der Atommüllfässer erlaubt war, wie noch ein Jahr zuvor.

Das ist ungefähr so, als ob ich den Müll im Sack nochmal ordentlich zusammentrete, damit mehr rein passt. Dumm nur, wenn der Sack dann platzt und die ganze Scheisse auf der Straße liegt! Das mag im Falle meines Mülls noch halb so wild sein – stinkt halt ein bisschen. Bei den Atommüllfässern in der Asse ist das aber gar nicht mehr so lustig. Mehr radioaktives Material in den Fässern bedeutet nämlich auch dünnere Betonisolierung an den Rändern und somit eine höhere Strahelnbelastung der Umgebung. Dazu kommt, dass die Asse undicht ist und sowieso schon die Gefahr einer Kontamination des Grundwassers besteht. Und wer hat´s verbockt? Kohl´s Mädchen, die heute seine Nachfolgerin ist.

Angesichts solcher Neuigkeiten muss man sich wirklich ernsthaft fragen, warum so viele Politiker immer noch an der Atomkraft festhalten und sich der Wiedereinstieg in die Atomkraft sogar zum Wahlthema zu entwickeln scheint? Ich weiss auf jeden Fall, wo ich mein Kreuz im September definitiv nicht machen werde. Das Atomzeichen ist schliesslich nicht umsonst schwarz-gelb…

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2 Kommentare »

  1. […] so ist das. (danke ElTobi) 0 Kommentare Keine Kommentare bis jetzt Einen Kommentar schreiben RSS-Feed für Kommentare […]

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