Bei Energynet findet sich ein interessanter Beitrag zu einer Studie, die gestern vom Ökoinstitut veröffetnlicht wurde. Tenor der Studie ausgewählter nationaler Strommärkte in Europa: Es besteht KEIN Zusammenhang zwischen Atomkraft und dem Strompreis! Das beliebte Argument der Atomlobby, Atomstrom sei besonders kostengünstig (klar, weil ein Großteil der Kosten externalisiert wurde!) is also ad absurdum geführt.
Auch das Bundesumweltministerium hat sich in diesem Zusammenhang geäußert und eine Studie zu den Auswirkungen der Atomkraft auf den Ausbau der erneuerbaren Energien veröffentlicht. (thx@ umwelt und energie).
P.S.: Bei Green Renaissance findet bis zum 2.Juli eine digitale Wiese zum Thema Atomkraft statt. Schreibt Artikel und macht mit!
Wie auf dem Greenpeace-Blog zu lesen ist, haben Aktivisten der Organisation gestern das Atomkraftwerk Unterweser besetzt und gut 14 Stunden gehalten. Sie kletterten auf die Reaktorkuppel, pinselten einen Totenkopf die Kuppel sowie den Schriftzug „Atomkraft schadet Deutschland“. Gegen Nachmittag wurden die Aktivisten von einem Sonder-Einsatz-Kommando der Polizei vom Dach geholt und Betreiber E-On begann bereits in den Abendstunden damit, die Kuppel neu zu streichen. Für Innenminister Schäuble indes ist diese Aktion „…nicht die richtige Art.“
Hier das Video zur Aktion:
Die Aktion hat die unterschiedlichsten Reaktionen hervorgerufen, von denen ich euch hier einige präsentieren will:
Ein sehr umfassendes und differenziertes Bild wird auf wir-Klimaretter entworfen. Nicegus weist auf den Widerspruch zwischen High-Tech und veralteter Technologie hin.
Daniel von nachgeblogt.de erzählt von seinen Erfahrungen mit der PR-Abteilung des Kraftwerks sowie seinen Eindrücken von vor Ort. Eindrücke in Form von Bildern gab´s auch bei City9 zu sehen.
Unknown Reality greift die von Greenpeace geplanten Klagen gegen verschiedene alte AKWs auf.
Bei den Umgebungsgedanken findet sich ein kurzer Kommentar zur Sicherheit von AKWs. Kernidee: Wenn gewaltfreie Aktivisten auf die Kuppel kommen, was könnten Terroristen anrichten? In die selbe Richtung denkt auch der Autor von It´s true, BlackBaron und vielen weiterenBlogs.
Sehr schön finde ich ja den Kommentar auf Klimaschutz von Unten: Dort wird sich in typischer Linksaußen-Manier über die Wortwahl des Slogans aufgeregt. Immer wieder faszinierend, wie mensch in dieser Szene nur durch das Wort Deutschland provozieren kann. Als ob´s keine wichtigeren Probleme gäbe….
Wie Greenpeace unter Berufung auf die DPA berichtet, hat Vattenfall die Genehmigung erhalten, dass Atomkraftwerk Krümmel wieder hochzufahren und an´s Netz anzuschliessen. Der „norddeutsche Pannenreaktor“ darf also wieder weitermachen und Millionen unschuldiger Menschen gefährden. Na, toll!
Hab grade beim KlonBlog einen Beitrag über die US-Firma Babcock & Wilcox gefunden. Die arbeiten zur Zeit an einem Leichtwassereaktor für den Heimbedarf. Frag mich was als nächstes kommt: der Fallschirm, der sich nicht öffnet? Die Gummipuppe mit Syphiliserregern? Das Fahrrad mit starrem Lenker (unschlagbar auf geraden Strecken)? Oder gar der Hauslöwe ohne Maulkorb?
„Ist Angela Merkel nicht Physikerin?“ – Diese Frage muss man sich schon stellen und an einer positiven Antowort zweifeln, wenn man sich eine DPA-Meldung von gestern zum gescheiterten CCS-Gesetz durchliest. Zur Erläuterung: Carbon-Capture-And-Storage (CCS) ist eine Technik, mittels derer in Kohlekraftwerken das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) abgeschieden werden und anschliessend unter der Erde gelagert werden soll. Die Technik wird – wenn überhaupt – fühestens 2020 zur Verfügung stehen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern auf lange Zeit zementieren – so ein Kraftwerk muss ja schliesslich auch seine Kosten decken.
Zu den Befürchtungen bezüglich des CCS-Gesetzes äußerte sich Bundeskanzlerin Merkel gestern gegenüber der DPA: „Es handelt sich um Kohlendioxid, was ja bekanntermaßen sogar in Mineralwasserflaschen – solange es sich nicht um stilles Wasser handelt – vorhanden ist“, sagte Merkel. „Es spricht nur dafür, dass wir die Bildungsanstrengungen noch verstärken müssen.“
Da fragt man sich doch, wessen Bildung hier mal verstärkt werden sollte!?
Es ist schon ein starkes Stück, Mineralwasser und die massive Freisetzung von Milliarden Tonnen CO2 in einen Topf zu werfen. Ich hab im Report des Weltklimarates jedenfalls keine Hinweise auf die Auswirkungen von Mineralwasser auf das Weltklima gefunden. Zu fossilen Energieträgern findet sich jedoch so einiges…
Zur Zeit laufen die Proteste im Iran ja in den Medien rauf und runter. In diesem Zuge wird auch immer wieder erwähnt, dass die iranische Regierung das Internet zunehmend blockt, da die Opposition es als ihr bevorzugtes Kommunikationsmedium entdeckt hat.
Das geht natürlich mal gar nicht und deswegen gibt´s jetzt hier die Möglichkeit für Euch, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Einfach auf folgenden Link klicken und auf der erscheinenden Seite auf Start klicken.
Die Seite sorgt dafür, dass zehn Seiten der iranischen Regierung mehrmals pro Sekunde aufgerufen werden und so bei entsprechender Beteiligung deren Server überfordert.
Ins Leben gerufen wurde das Ganze von Austin Heap, einem Mitarbeiter von New-America-Media, einem Portal für ethnische Medienkanäle.
Wie im Greenpeace-Blog zu lesen, findet sich auf der Homepage der TAZ heute ein Kommentar von Stefan Krug, Leiter der politischen Vertretung von Greenpeace in berlin. Er kommentiert dort den Stand der Vorverhandlungen zum nächsten UN-Klimabakommen. Sehr lesenswert!
787 Mrd. Dollar (in Worten MILLIARDEN!!!) hat das letzte Konjunkturpaket der US-Regierung gekostet. Das sind am heutigen Tage 566 Milliarden Euro. Das ist ´ne ganze Menge Holz! Eben habe ich beim Spiegel gelesen (Danke an Pamphleteer für den Tip!), dass ein Zusammenschluss von 20 deutschen Unternehmen plant, in den nächsten Jahren 400 Milliarden Euro für den Bau von Solarkraftwerken in den Wüsten Nordafrikas (siehe DESERTEC) zu investieren. Das Konsortium soll sich bereits am 13. Juli gründen und der erste Strom soll bereits in zehn Jahren geliefert werden!
Der Strom soll exportiert werden und circa 15% des europäischen Energiebedarfs decken. Erst kürzlich hatte Greenpeace auf das enorme Potential von Strom aus solarthermischen Anlagen verwiesen (siehe Artikel hier vom 27. Mai). So liesse sich rein rechnerisch der gesamte Energiebedarf der Welt mit solarthermischen Anlagen auf nur 2% der Fläche der Sahara decken.
[Update]: Laut Zahlen des MDR würde ein Solarpark von der Größe Bayerns die Energieversorgung der Welt decken.
Natürlich müssen auch weiterhin dezentrale Konzepte zur Energieversorgung verfolgt werden, nichts desto trotz können internationle Energieverbünde einen bedeutenden Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten. Aber das Beispiel verdeutlicht doch das enorme Potential der Solarthermie.
Da sag mir doch mal einer wir bräuchten die ver&%$§&?% Atomkraftwerke noch. Die deutschen Unternehmen beweisen grade eindrucksvoll dass es auch anders geht!
[Update]: Auf dem Photovoltaik-Blog findet sich ein interessanter Kommentar zu den Rahmenbedingungen. Was sagt ihr? Staatliche Kontrolle oder freier Wettbewerb? Monopolstrukturen wollen wir wohl alle nicht, aber welche Rolle sollen Staat und internationale Gemeinschaft spielen?
[Update]: Die Frankfurter Rundschau hat eine Umfrage zum Thema ins Leben gerufen.
Juni 15, 2009 um 10:26
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Momentan kommt ja die Debatte um die Restlaufzeit von Atomkraftwerken wieder in Mode (der Wahlkampf beginnt). Die Atomlobby lässt keine Gelegenheit ungenutzt, die Wichtigkeit der Atomkraft für Deutschland zu betonen. Düstere Szenarien von einer Stromlücke werden entworfen und in den Köpfen der Menschen eingepflanzt und wenn das nicht zieht, wird der Mythos vom billigen Strom bemüht. Dabei wird natürlich geflissentlich verschwiegen, dass Atomkraft ohne die massiven staatlichen Subventionen überhaupt nicht kokurrenzfähig wäre. Die Menschen werden also geschröpft, um ihnen anschliessend angeblich billigen Strom zu verkaufen, für den sie schon im Vorraus gezahlt haben. Auch das ungelöste Endlagerproblem wird gerne unerwähnt gelassen, obwohl alle bisherigen Ansätz gescheitert sind (Thx @Hamburg Links). Von einem systhemischen Ansatz in der Produktion und Verwertung von Abfall sind wir noch weit entfernt (auf dem SPD-Portal Vorwärts findet sich ein netter Beitrag hierzu. Aber nicht vergessen: Es ist Wahlkampf!)
Greenpeacehat heute veröffentlicht, dass die sieben ältesten Atommeiler ohne Probleme abgeschaltet werden könnten, da die von ihnen produzierte Strommenge mit der ins Ausland exportierten Strommenge übereinstimmt. Zieht man den stattfindenden Ausbau der erneuerbaren Energien in Betracht, entpuppt sich die Stromlücke also als reine Propaganda im beginnenden Wahlkampf. Denn bei der Bundestagswahl im September dürfte sich das Schicksal der Atomkraft in Deutschland entscheiden.
Und noch eine kleine Meldung aus der Kategorie „Was war denn da los?“: In Indien ist ein Atomwissenschaftler, der Zugang zu sensiblen Daten des indischen Atomprogramms hatte, tot in einem Fluss gefunden worden. Über die Todesursache hab ich noch nichts rausfinden können, aber ich werd´ Euch auf dem Laufenden halten. Unfall oder „Unfall“, das ist hier die Frage…
Juni 8, 2009 um 10:41
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Wenn vermutet wird, dass ein Mensch irgendein dunkles Geheimnis hat und er gerne hätte, dass dies nicht an´s Tageslicht gerät, dann wird oft gesagt: „Der hat bestimmt auch noch ein, zwei Leichen im Keller“. Keine schöne Sache sowas. Stinkt ja wahrscheinlich auch ziemlich…
Auch im Zusammenhang mit Politikern wird das Sprichwort gerne bemüht. Da werden dann gerne mal eidesstaatliche Erklärungen abgegeben, um zu belegen, dass dem nicht so sei. Der Fall Koch-Mehrin, der ja in letzter Zeit in der Blogosphäre eifrig disktuiert wurde, ist ein schönes Beispiel. Die Eidesstaatliche Erklärung ist dabei im Grunde genommen nichts anderes, als das berühmte Ehrenwort, über das ja schon die Herren Kohl und Barschels gestolpert sind. Letzterer direkt in eine Genfer Badewanne, aber lassen wir das…
Es soll hier nämlich nicht um Leichen in Form von Spenden oder Schmutzkampagnen gehen, sondern um etwas viel gravierenderes: die nuklearen Leichen, die – wie jetzt herauskam – schon seit 1967 den Untergrund im niedersächsischen Wolfenbüttel kontaminieren. Von 1967 bis 1978 wurden im Atommüllager Asse offiziell schwach- bis mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Rein quantitativ gesehen stammt zwar der Großteil der radioaktiven Substanzen aus der Forschung, der Löwenanteil der Strahlung stammt jedoch von den AKW-Betreibern. Zumal der radioaktive Müll, der bei der Wiederaufbereitung in der Wiederausbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) entstand, ebenfalls als Forschungsmüll deklariert, in der Asse landete. Auch Atommüll lässt sich also „waschen“.
Das brisante an der Story ist, dass schon seit 1967 kontaminierte Lauge in dem Salzschacht auftrat – und dies den Verantwortlichen (u.a. auch einer gewissen A.Merkel) sogar bekannt war! Nichts desto trotz wurde fleissig weiter eingelagert, als ob nichts geschehen wäre.
Am Mittwoch trifft sich der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags und entscheidet über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses, der die Vorgänge in und um die Asse aufklären soll.
Eines scheint mir bereits jetzt klar: In der Asse ist eine ganze Menge Scheisse passiert und es zeigt sich mal wieder, wie dreckig im Atombusiness gearbeitet wird. Wo sich Geld verdienen lässt geht die Moral meist schnell über Bord.
Wird Zeit, dass wir der Atomlobby im September indirekt per Wahlzettel eine Abfuhr erteilen!